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Mit Philip über Ökologie / With Philip about ecology

Was hast du gemacht, bevor du zur KMH gekommen bist? 

Ich arbeitete ein Jahr lang als Fotograf und Reporter bei einer Zeitung. Dann zog ich zum Studieren nach Berlin (verschiedene Fächer wie Politik, Soziologie, Geschichte, Anthropologie, Chinesisch), aber am Ende habe ich das Studium abgebrochen. Während meiner Studienjahre arbeitete ich auf Baustellen in Handwerksbetrieben und im Call Center. Später habe ich Versuche in Unterhaltungsmusik, einer Car Sharing Firma, einem Kinderladen und im Messebau unternommen. Seit der Schulzeit spiele ich Gitarre und Bass in unterschiedlichen Musikgruppen.

 

Wann hast Du angefangen, mehr über das Thema Ökologie nachzudenken? 

Das Thema war schon immer da, auch in meiner Kindheit.

 

Wurdest Du von Deinen Eltern beeinflusst? 

Nein, nicht so sehr. Ich habe Menschen kennengelernt, denen es ein dringendes Anliegen war, darüber nachzudenken, wie wir den Planeten und andere Wesen behandeln, die ihn mit uns teilen, Atomkraftgegner, Umweltschützer, Veganer, und was sie zu sagen hatten, ergab Sinn.

 

Warum ist es Dir wichtig, lokale Produkte auf dem Bauernmarkt zu kaufen? 

Vor allem wegen der Umweltkosten für lange Transportwege und der Unklarheit über die Bedingungen, unter denen die Produkte hergestellt, verpackt und gelagert wurden. Seit vielen Jahren suche ich auf Wochenmärkten die guten, vertrauenswürdigen  Verkäufer ihrer eigenen landwirtschaftlichen Produkte. Ich freue mich immer, wenn ich einen neuen Marktstand finde, an dem ich gutes Essen kaufen kann.

 

Machst Du Dir auch über andere Aspekte Deines Lebens Gedanken (z. B. Kleidung) oder handelt es sich nur um Essen? 

Im Prinzip umfasst es alles, obwohl es sicher Aspekte gibt, über die ich noch nicht nachgedacht habe. Ich kaufe zum Beispiel Kleidung aus zweiter Hand, qualitativ hochwertig und dafür eher wenig und selten. Ich fahre Fahrrad, reise selten und dann mit Fahrrad oder Zug, konsumiere wenig und gezielt, halte meinen häuslichen Energieverbrauch niedrig, nutze digitale Medien nur wenn nötig, repariere statt neu zu kaufen und so weiter.

 

Siehst Du Deutschland als ein Land, das Schritte in eine nachhaltigere Zukunft unternimmt? 

In der Öffentlichkeit sprechen wir viel über Nachhaltigkeit und den Schutz der Umwelt, aber wenn man eine zufällig ausgewählte Anzahl von Menschen betrachtet, und diese mit der gleichen Anzahl Menschen in einem anderen Land vergleicht, bin ich mir nicht sicher, ob wir wirklich mehr tun. Die Politik vielleicht, doch es gibt so viele Leute hier, die sich überhaupt nicht darum kümmern.

 

Wenn Du die Möglichkeit hättest, Berlin nachhaltiger zu gestalten, wie würdest Du das tun? Du hättest freie Hand, und alle wären mit Deinen Entscheidungen glücklich. 

Anfangen würde ich mit einer Quasi-Abschaffung des motorisierten Individualverkehrs. Folgen würden eine Umstellung der Ernährung auf frische, regionale, fair gehandelte und weitgehend tierfreie Kost, Mehrwegsysteme in allen Bereichen und Abschaffung von Einwegverpackungen, Reaktivierung alter Gewerke und Techniken, die helfen würden, Transportwege und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in  fernen Weltgegenden (und bei uns) überflüssig zu machen, Renovierung des Bildungssystems und Einführung völlig neuer Schwerpunkte im Unterricht (Gemeinschaft statt Konkurrenz, Interesse und Begeisterung statt Lernzwang, Begleitung und Förderung statt Bedrohung und Strafe …), Einführung neuer (alter) Systeme wie zum Beispiel Umstellung von Wasser- auf Kompostklos, Kampagnen zur Steigerung der allgemeinen Wertschätzung von wahren „Lebensmitteln“ wie Luft, Wasser, Erde und Schutz derselben ...

 

Was könnte eine Person tun, um sich mehr um den Planeten zu kümmern? 

Weniger konsumieren und mehr sein. Im Park die Bäume betrachten, den Wind, die Wolken, statt fernzusehen,  tief ein und ausatmen, statt zu rauchen, Vögel und andere Tiere beobachten und studieren, statt Instagram, Menschen treffen, zuhören, da sein.

 

Meine persönlichen Fragen 

Was würdest Du für einen Besuch in Berlin empfehlen? 

Kreuzberg 36, die Atmosphäre auf den Straßen. Da gibt es viele Menschen aus verschiedenen Teilen der Welt. Ich finde es anders als an anderen Orten, die ich kenne. Ein anderer Ort wäre das Sowjetische Ehrenmal in Treptow. Es ist ein riesiger, fremdartiger Ort, mit dem der russische Staat die im zweiten Weltkrieg gestorbenen Soldaten ehrt, und man kann dort immer noch die Atmosphäre der DDR und des Ostblocks erleben. Als nächstes würde ich die Siegessäule hinaufklettern. Es ist ein guter Aussichtspunkt und kostet nur 2 Euro.

 

Wenn Du morgen aufwachtest und an Qualität oder Fähigkeiten gewonnen hättest, welche wären das? 

Geradheit und Konsequenz, zu wissen, was ich brauche und dem zu folgen.

 

Was fasziniert dich auf dieser Welt? 

Das Wachsen und Sterben von Lebewesen.

 

Was hörst du heutzutage? 

Radio. Deutschlandfunk  (-Kultur) und Inforadio.

 

Was willst du auf diese Welt bringen? 

Entspannung, Klarheit, Frieden.


What did you do before coming to the KMH? 

I worked at a newspaper as a photographer and a writer for one year. I moved to Berlin afterwards and I began to study at the university (different subjects such as Politics, Sociology, History, Anthropology, Chinese language) but at the end I dropped out of studies. During that time I worked at construction sites, small companies in the craft business and call centres. Afterwards I made attempts as a guitar player in Top40-Bands, as an employee of a car sharing company, as a kindergarden teacher and as a worker for an exhibition stand construction company. Since school I have been playing the guitar in various music groups. 

 

When did you start thinking more about the topic of ecology? 

The topic has always been thereeven in my childhood. 

 

Were you influenced by your parents? 

No, not so much, I just experienced that for some people it was really urgent to think about how we treat the planet and other beings that share it with us. Maybe it started with listening to people who didn´t want an atomic war to happen and it went on with friends and girlfriends who were vegetarian. 

 

Why is buying local products at the farmers market important to you? 

Mostly because of the environmental costs of long ways of transport and the uncertainty of the conditions under which the products have been madepacked and storedThroughout the years I visited many market places looking for the good and trustworthy vendors of their own products. I spoke to them and I tried to find out more about the products they sell and produceI am always happy when I find a new market stand where I can buy good food. 

 

Are you concerned about other parts of your life (clothes for exampleor is it just food? 

In principle, it encompasses everything, although there surely are aspects that I haven't thought about yet. For example, I buy second-hand clothes that are of high quality, but I buy few and seldomly. I ride a bike, rarely travel and if so by bike or train, consume little and purposefully, keep my domestic energy consumption low, only use digital media when necessary, repair instead of buying new stuff, and so on. 

 

Do you see Germany as a country taking steps to a more sustainable future? 

In public we are talking a lot about sustainability and the protection of the environment but if you look at a randomly chosen number of Germans and compare them to the same number of people from another country, I´m not sure if we are doing more or better. There are so many people here who don´t care at all. 

 

If you had the opportunity to change Berlin to more sustainable wayhow would you do it? 

I would start with a quasi-abolition of motorized individual transport. Next would be a change in diet to fresh, regional, fairly traded and largely animal-free food, reusable systems in all areas and the abolition of disposable packaging, reactivation of old trades and techniques that would help make long transport routes and exploitative working conditions in distant parts of the world (and here) superfluous, renovation of the education system and introduction of completely new focuses in the classroom (community instead of competition, interest and enthusiasm instead of compulsory learning, support and company instead of threat and punishment ...), introduction of new (old) systems such as switching from water to compost toilets, Campaigns to increase the general appreciation of real "Lebensmittel" like air, water, earth and protection of the same  

 

What could a person do to care more about the planet? 

Consume less and be moreInstead of consuming go out to the parks, look at the trees, breath in and out deeplywatch animalsmeet other people, listen to thembe there. 

 

Personal questions 

What would you recommend visiting in Berlin? 

I would recommend them Kreuzberg 36 and experience the atmosphere of the street. There are a lot of people from different parts of the world. I find it different from other places that I know. Another place would be Sovietisches Ehrenmal in Treptow. It´s a huge soviet place where they honoured their soldiers from the 2nd World War and you can still experience the atmosphere of the GDR there. Next, I would climb up the Siegessäule. It´s a good viewpoint and it costs just 2 euros. 

 

If you could wake up tomorrow having gained any quality or abilitywhat would it be? 

Straightnessto know what I want and follow that. 

 

What fascinates you in this world? 

The growing and dying of plants and living beings. 

 

What do you listen to these days? 

The radio (laughter). Deutschland funk kulturDuetsche funk normal and inforadio.

 

What do you want to bring to this world? 

hope that one day I will discover that I have contributed to people around me being more relaxed and friendly to each other.