Ein besonderes Jahr _ ein besonderes Bedürfnis _ eine besondere Idee

 

2020. So Manches im Leben verdankt sein Entstehen einem ganz besonderen Moment. Im Nachhinein kann niemand von uns mit Sicherheit sagen, ob der Impuls, ein zehntägiges Festival im Kiez zu organisieren, genauso stark gewesen wäre, wären die Rahmenbedingungen andere gewesen. In einigen von uns mag in irgendeinem Winkel unserer Gefühls- und Gedankenlandschaft  die Überzeugung wohnen, dass ein "Trotz alldem!" oder sogar ein "Jetzt erst recht!" einen nicht geringen Anteil daran hatte.

 

Was auch immer gewesen wäre, wenn dieses besondere Jahr 2020 unter einem anderen Zeichen gestanden hätte, sicher ist: wir wollten die Atempause nutzen, die sich nach dem ersten Lockdown der Coronapandemie im Sommer bot; wollten das, was wir normalerweise in der KulturMarktHalle tun, getan hätten und nicht tun konnten, auf die Straße bringen, zu den Menschen, in ihren Alltag; wollten nach der ersten bitteren Erfahrung der Entbehrung von kulturellem Leben und künstlerischem Schaffen die Zeit nicht ungenutzt verstreichen lassen, so als wenn wir geahnt hätten, dass es bei dem einen Lockdown nicht bleiben würde. Es war uns ein Bedürfnis, nachzuholen und Vorrat anzulegen, der Seele etwas Gutes zu tun, um diese turbulente Zeit besser zu bewältigen. Wir wollten Begegnung und Austausch ermöglichen, so gut es eben ging, unter diesen besonderen Umständen. Ja, wir wollten uns nicht unterkriegen lassen von etwas, das unser Leben, unseren Alltag, unsere Beziehungen und unser Verhalten mit solch einer Ausschließlichkeit zu dominieren begann, wie kaum etwas anderes. Wir wollten dagegen halten _ mit einer besonderen Idee.

 

Und das haben wir geschafft. Wir haben ein Format gefunden, von dem wir denken, dass es zu uns passt: nah, direkt, offen und bunt. Und wir haben den Eindruck, dass auch die Menschen aus unserer Nachbarschaft, für die und mit denen wir das nah_bar_festival gestaltet haben, dieses Gefühl teilen.

 

Es gibt keinen besseren Grund für uns, es nicht bei dieser ersten Edition zu belassen, sondern dieses Festival in den kommenden Jahren als einen festen Bestandteil des Kunst- und Kulturangebotes im und um den Mühlenkiez herum zu etablieren.